USA | Ghost Town Bodie


Die Geisterstadt oder auch Ghosttown Bodie genannt, liegt im Osten von Kalifornien an der Grenze zu Nevada in den USA. Bodie ist eine der am besten erhaltenen Goldgräbersiedlungen und Geisterstädte der USA. Sie entstand 1859 und wurde in den 1930er Jahren aus wirtschaftlichen Gründen und eines schrecklichen Großbrandes aufgegeben. Durch die warmen Temperaturen und die geringe Luftfeuchtigkeit blieben viele Häuser, Gegenstände und Verkehrsmittel gut erhalten. Lest jetzt mehr über die geheimnisvolle Geisterstadt und unseren Erfahrungen in Bodie.

Ghost Town Bodie | Kalifornien, USA

10. Tag | Ghost Town Bodie

Die Unterkunft, in der wir übernachteten lag in Bridgeport. (Big Meadow Lodge) Eine der schönsten Übernachtungen, die wir auf unserer USA-Reise hatten. Es war ein Blockhaus auf dem Land und der Sonnenuntergang war einfach unbeschreiblich schön. Von Bridgeport aus fuhren wir ca. 1 Stunde zu der bekannten Geisterstadt Bodie. In der Geisterstadt angekommen mussten wir einen Eintritt bezahlen (Für 2 Personen - 15 $), hier gilt nicht der Annual Pass! Mit Führung hätte der Eintritt noch mehr gekostet. Und so konnten wir leider auch nicht die Miene erkunden, da diese nur mit Führung zu besichtigen ist. Wir verbrachten in Bodie den ganzen Vormittag mit spazieren, erkunden und fotografieren. Es war in der Früh schon sehr sonnig und angenehm warm. Die Farben waren einfach einzigartig. Der blaue Himmel im Kontrast zu dem gelb, grünen Gras und den braunen Gebäuden! Vereinzelte Häuser konnten betreten werden, so wie die Kirche und ein Haus mit Küche, Schlafbereich und Wohnzimmer. Die meisten anderen Häuser jedoch waren vergittert und es konnte nur von außen durch die schmutzigen Fenster das frühere Leben erahnt werden. Ich finde es lohnt sich sehr diese Geisterstadt zu besuchen! Für Fotografen und Naturliebhaber auf jeden Fall ein Muss :)

Gegen Mittag machten wir uns wieder auf die Weiterreise. Es sollte Richtung Westen gehen. Einen kurzen Halt machten wir noch an dem großen Mono Lake und tankten in Lee Vining unser Auto voll. In Lee Vining gibt es die Möglichkeit durch den Tioga Pass zu fahren.

Achtung: Der Tioga Pass ist zu bestimmten Jahreszeiten geschlossen und muss mit viel Zeitaufwand umfahren werden! Nach gut 2 Stunden erreichten wir den Yosemite National Park... dieser war leider unfassbar stark von Touristen überflutet. Schon beim hinfahren zum Visitor Center standen wir 1 Stunde im Stau und konnten keinen Parkplatz finden. Deshalb ging es für uns gleich zu der nächsten Unterkunft weiter. Diese lag im tiefsten Wald bei Fish Camp (White Chief Mountain Lodge). Den Abend verbrachten wir zum ersten Mal in einem Denny's.

Öffnungszeiten Tioga Pass: https://www.nps.gov/yose/planyourvisit/conditions.htm

Aufstieg

Einst hatte ein Mr. Bodey um 1859 in Mono County (Sierra Nevada), ungefähr 16 Kilometer nördlich des Mono Lakes Gold gefunden. Er selbst jedoch verstarb in demselben Jahr. Es wird vermutet, dass er in einem Schneesturm bei der Beschaffung von Lebensmitteln und Materialien starb. Die Familie gründete an dieser Stelle die Stadt Bodie und begann um 1861 mit dem Goldabbau. Die Stadt wurde zu Bodie umbenannt, damit der Name bei der Aussprache nicht mit dem Wort Body (engl. = Leiche) verwechselt wurde.

1876 stoß die Standard Company, welche die Goldmiene betrieb auf eine sehr profitable Goldader und die Stadt wuchs rasant an. Vier Jahre später lebten schon über 10.000 Einwohner in Bodie. Die Stadt entstand und wuchs unterhalb der Bergwerke. Das damals größte Bergwerk wurde von Standard Mines betrieben.

Die gefährlichste Stadt des Wilden Westens

In der Hochzeit von Bodie gab es in der Stadt 65 Saloons entlang der Hauptstraße und einige zahlreiche Bordelle, sowie ein Chinesenviertel mit Tempeln und einer Opiumhöhle. Ebenfalls mehrere Zeitungen, sieben Brauereien, Kirchen mit verschiedenen Religionen und eine Eisenbahn. Einst galt Bodie als gefährlichste Stadt des ohnehin schon Wilden Westens. Verbrechen hielt in der Stadt Einzug. Morde, Überfälle und Postkutschenraube waren an der Tagesordnung. Die Goldgräberstadt hatte damals einen schlechten Ruf und galt damals als eine der wildesten und gesetzeslosesten Städte des wilden Westens!

Niedergang

Der Goldpreis war stark gefallen und nach wenigen Jahren warf die Mine kaum noch Profit ab. Der Betrieb lohnte sich immer weniger.

1849 begann der große kalifornische Goldrausch. Dieser war nun vorbei und in Bodie ging so auch die Bevölkerungszahl schnell zurück, da die Stadt somit keine Einnahmequelle mehr zu bieten hatte. Es gab um die Jahrhunderwende noch einen kleinen Aufschwung, welcher aber Bodie nicht weiterhelfen konnte. Die Eisenbahnlinie wurde 1917 demontiert und die Schienen vernichtet. Bis Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts konnte Bodie noch einige Einwohner verzeichnen. 1932 gab es einen schrecklichen Großbrand, der zahlreiche Häuser und Gebäude vernichtete und somit das Schicksal der Stadt besiegelte. Die wenigen Häuser die heute noch stehen, hatte das Feuer verschont. Der Brand zerstörte das ganze Geschäftsviertel im Stadtzentrum. Letztendlich schloss auch das 1877 eröffnete Postamt im Jahr 1942.

Statt Gangster und Halunken nur noch Gras und Staub

Die Arbeiter kamen aus den benachbarten Städten und arbeiteten noch einige Jahre weiter in der Mine. In den 60er Jahren wurde der Goldabbau dann vollständig eingestellt.

Staub statt Schießerei

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Bodie State Historic Park

Bodie ist seit 1962 ein State Park*. In der Geisterstadt gibt es ca. noch 170 Gebäude, welche von dem großen Feuer um 1932 verschont wurden. Unter anderem die Schule, ein Bankgebäude aus Ziegelsteinen, eine Bar, Läden, die Kirche, mehrere Wohnhäuser und das große Minenwerk. Einige Wohnhäuser sehen so aus, als wären die einstigen Bewohner gerade erst gegangen. Es gibt einen kleinen Friedhof vor der Stadt mit den Grabsteinen der ehemaligen Bewohner. Auch sieht man noch Zapfsäulen einer alten Tankstelle und einige rostende Autos aus den 30er Jahren. Einige Häuser und Gebäude können betreten werden andere sind vergittert. Für die Mine werden gegen Aufpreis Führungen angeboten. Das Rauchen ist nur auf den Parkplätzen gestattet und es ist strengstens verboten, Gegenstände aus dem Park zu entwenden.

*Ein State Park ist in den USA ein natur- und denkmalschutzbedürftiges Gebiet, welches von der Regierungen der einzelnen Bundesstaaten unter besonderen Schutz gestellt wurde.

Website: https://www.bodie.com/

Öffnungszeiten: 24 Stunden / 7 Tage

(zwischen Dezember - April wegen Schnee oft nicht erreichbar)

Preise:

Erwachsene (ab 17 Jahren): 8 $ | Kinder 4-16: 5 $ | unter 3 Jahre frei | Hunde an der Leine erlaubt

Tipp: Keine Verpflegungsmöglichkeiten - Proviant mitbringen

"We take photos as a return ticket to a moment otherwise gone."

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